Warum es bei uns keinen „standard“ Träger gibt, „einmal Alles“ so pauschal nicht möglich ist und es keinesfalls schwierig ist, sich seinen eigenen, perfekten Dachträger zu bauen.
Unser System besteht aus 2 Teilen, das ist wichtig zum Verständnis:
Erstens gibt es unsere fahrzeugspezifischen Winkel, diese sind allesamt dazu gedacht, eine stabile Verbindung zwischen Fahrzeug und Dachrack herzustellen. Das Unterteil passt genau zum Fahrzeug und ist mit passendem Montagematerial erhältlich. Das Langloch am Unterteil steht schon senkrecht und ist bei allen Fahrzeugen gleich, daran kommt das Oberteil, das kann man passend zum Projekt wählen.
Zweitens gibt es unsere Dachrackecke. Dort findet man Aluprofile, Eckwinkel, Außenecken, Nutensteine, Gummiprofile und vieles mehr. All das ist nicht mehr fahrzeugspezifisch sondern für alle Fahrzeuge passend, da wir ja schon mit den Unterteilen eine standardisierte Aufname geschaffen haben. Das ist auch gleichzeitig einer der großen Vorteile unseres Systems, wenn sich das Fahrzeug ändert müssen nur die Unterteile ausgetauscht werden, der Rest des Dachracks kann mit Umziehen.
2 grundlegend unterschiedliche Varianten
Längsträger auf den Winkeloberteilen montiert: Bei dieser Variante wird ein Längsträger direkt auf den Winkeloberteilen verschraubt.
Das hat Vorteile, man erreicht schnell einen kompletten Rahmen, Querträger können an den Positionen der Fahrzeugwinkel oder eben auch frei an beliebiger Stelle montiert werden. Unsere Oberteile sind für die Montage von Quer- und Längsträger gleichzeitig geeignet, falls nur ein Längsträger montiert wird gibt es auch eine Rackversion, diese steht dann beim 40er Profil nicht nach innen über.
Nachteil hierbei ist klar, dass man in der Breite auf den Abstand der Fixpunkte festgelegt ist. Breitere Rahmen erreicht man mit der nächsten Variante:
Längsträger am Querträger montieren: Hierbei dienen als Grundlage erstmal mehrere Querträger, daher ist das auch eine gute Variante zum späteren erweitern.
Der Längsträger wird danach an den Querträgern mit Eckwinkeln befestigt. Vorteil ist klar, man kann beinahe beliebig breit bauen. Der Nachteil ist, dass man mit den Querträgern auf die Position der Fixpunkte festgelegt ist und dabei können z.b. Dachfenster im Weg sein. Allerdings muss nicht jeder Querträger mit einem Fixpunkt verbunden sein, auch hier können flexibel zusätzliche Querträger eingesetzt werden.
Vorderer und hinterer Abschluss
Natürlich kann das Dachrack einfach am vorderen und hinteren Querträger enden, meistens bietet es sich aber an, etwas länger zu werden.
Die Fixpunkte in Längsrichtung liegen weit innerhalb der Fahrzeugkontur, daher lässt man die Längsträger über das vordere und hintere Profil hinausstehen und die Abschlussprofile werden nur an den Längsträgern befestigt. Dabei kann man entweder Eckwinkel nutzen oder auch unsere Außenecken, diese bieten neben einer super Optik auch den Vorteil der Airlineadapter, damit kann man z.b. ein Sonnensegel befestigen oder auch Ladung auf dem Träger sichern bei der Fahrt.
Windleitblech: Wir empfehlen am vordersten Querträger inzwischen pauschal ein Windleitblech wenn keine Lightbar montiert wird, da das Aluprofil beinahe unweigerlich anfängt in Eigenresonanz zu schwingen. Informationen dazu findest du auch hier.
Hierbei sei erwäht, dass es Sinn macht, mit dem Dachrack nicht übertrieben weit nach vorne zu bauen, da der aufsteigende Wind der Fahrzeugfront einfach mehr Geräusche direkt über dem Fahrzeug erzeugt. Eine gedachte Linie in Verlängerung der Frontscheibe ist hierbei ein sinnvolles vorderes Ende.
Profildimension
Wir empfehlen 40er oder 45er Profile, 30er Profil ist für PV Module ausreichend.
Die Biegefestigkeit von 30er Profil ist gering, die Gewichtsersparniss ist natürlich vorhanden, allerdings meist nicht mehr als 5-10 Kilo beim gesamten Aufbau. Für Aufbauten mit PV Modulen ohne große Zusatzlasten aber durchaus eine schöne und ausreichende Lösung.
Für Dachzelte empfehlen wir immer das 45mm Profil, dieses ist sogar wenige Gramm pro Meter leichter als das 40er aber deutlich biegefester. Genaue technische Daten zu unseren Profilen findest du in der Artikelbeschreibung der Profile hier.
Längsträger
Wir verschicken aus logistischen Gründen nur Profile bis 1900mm. Darüber ist ein Speditionsversand nötig, das ist in erster Linie teuer.
Längsträger sind oft länger, da aber die Belastung in Längsrichtung gering ist und vom Fahrzeug selbst aufgenommen wird sind wir dazu übergegangen den Längsträger in 2 Stücke zu teilen. Es gibt dafür Längsverbinder im Shop.
Markisenmontage
Eine Markise kann am Dachrack einfach seitlich am Längsträger verschraubt werden.
Dazu eignen sich alle wandmontierbaren Modelle, z.B. Fiamma F45s, Thule Omnistor 3200, 5200 und 8000 oder Dometic perfect Wall
Zur Stabilisierung kann man auf oder unter dem Längsprofil einen kurzen Eckwinkel von uns zusätzlich verschrauben um die Auflagefläche des Markisenadapters zu erhöhen.
Als Hinweis: Beim Verschrauben kann der Schraubenkopf im Weg sein, da diese Verschraubung natürlich nicht der Originalmontage entspricht. Daher machen hier Senkkopfschrauben unter Umständen sinn.
Beleuchtung
Man kann rund ums Dachrack natürlich alles mögliche an Lightbars und Arbeitsbeleuchtung verbauen, wir vertreiben allerdings keine Lampen, da gibt es einfach genug Fachhändler da draussen.
Als kleiner Tipp sei aber gesagt, dass man die Kabel wunderbar in der Profilnut verlegen kann und dann einfach mit einer Abdeckleiste verstecken kann.
PV-Module
PV Platten können auf zwei Varianten montiert werden. Die erste gleicht der Montage, die auch auf Gebäuden verwendet wird. Dabei wird das Paneel einfach mit PV-Klemmen auf 2 Querträgern geklemmt. Einfach und flexibel.
Optisch schöner ist die andere Variante. Mit unseren flächenbündigen Winkeln kann das Paneel zwischen 2 Profilen flächenbündig eingebaut werden. Einerseits wird der Dachträger so schmaler, hat weniger Windwiderstand aber auch optisch sieht das einfach schöner aus.
Hierbei muss der Abstand der Profile genau stimmen, das erreicht man durch die Längsträger an denen man mindestens eines der Profile einfach mit Eckwinkeln verschiebbar einbaut und dann passend positioniert.
Bodenbelag
Es gibt verschiedene Möglichkeiten als Bodenbelag darauf will ich hier mal kurz eingehen:
Lärche: Massivholz ist durchaus eine oft genutzte Möglichkeit, allerdings nicht sonderlich lange haltbar. In 20mm Stärke wiegt der Boden hier 11,8 kg/m²
WPC: Der Holzersatz ist durchaus haltbarer als Holz, hängt sich aber gerne durch. Gewicht ist aber ein wahres Problem: 19mm Stärke wiegen 19,3 kg/m²!
Was ist eigentlich mit TÜV?
Dachaufbauten zählen ganz allgemein als Ladung und sind eintragungsfrei.
Der Grund dafür ist einfach, der Träger ist nicht dauerhaft mit dem Fahrzeug verbunden, sondern nur verschraubt. Vorteil hierbei ist ganz klar, es gelten auch nur die Regeln für Ladung, die da wären:
Maximalgewichte, Dachbelastung und Lastverteilung, dynamisch oder statisch, schreibt der Hersteller vor.
Maximalhöhen, Breiten und Längen stehen in der STVO, aber wenn man innerhalb der Grundfläche des Fahrzeuges und unter 4m Höhe bleibt braucht man sich darüber eigentlich keine Gedanken machen.
Die Sicherung deiner Dach-Ladung sollte selbstverständlich sein (also alles vom Winkel selbst, dem Aluprofil und allem anderen was da sonst noch so an Zuladung draufkommt). Das kontrolliert wenn überhaupt die Polizei, nicht der TÜV.
Wenn du beim TÜV nach einer Eintragung fragst, wird er das als Einzelabnahme machen wollen/können. Auch der TÜV ist ein wirtschaftlich orientiertes Unternehmen. Nötig ist das aber definitiv nicht.
Weiteres
Bei Fragen zu deinem Projekt stehe ich dir immer gern unter info@deltavan.de Rede und Antwort, natürlich gilt immer, je präziser deine Frage desto genauer wird meine Antwort.
Diese Beiträge von mir enthalten auch viele Informationen zum Thema:
Was ist eigentlich unser Antrieb bei DeltaVan?
Baubericht unseres eigenen Dachträgers 2025
Windgeräusche – Ein wichtiges, aber beherschbares Thema
Zuladung und Ladungsverteilung
Für unsere feststehenden Pilzkopf Dachrackwinkel trifft dieses Thema nur in Teilen zu.



