Wichtige Änderung: Warum wir seit dem 12.08.2026 nur noch nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz versenden
–English below–
Liebe Kundinnen und Kunden,
seit dem 12. August 2026 haben wir unseren Versand eingeschränkt: Wir liefern nicht mehr europaweit, sondern nur noch nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, aber sie ist die direkte Folge einer neuen EU-Verordnung, der PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation, EU-Verpackungsverordnung). Wir möchten euch erklären, warum wir diesen Schritt gehen mussten und warum das Thema weit über uns hinaus jeden Onlinehändler betrifft, der grenzüberschreitend verkauft.
Was ist die PPWR und was ändert sich ab dem 12.08.2026?
Die PPWR ist die neue EU-Verpackungsverordnung. Sie gilt seit dem 12. August 2026 unmittelbar in allen 27 EU-Mitgliedstaaten und löst die bisherige Verpackungsrichtlinie ab. Anders als eine Richtlinie muss sie nicht erst in nationales Recht umgesetzt werden, sie gilt sofort und einheitlich.
Der entscheidende Punkt für uns steht in Artikel 45 Absatz 3 der PPWR: Wer verpackte Ware unmittelbar an Endkund:innen in einem anderen EU-Land verkauft, dort aber keine eigene Niederlassung hat, muss in genau diesem Zielland einen Bevollmächtigten (Authorised Representative) benennen. Diese Person bzw. Institution übernimmt vor Ort die Registrierung, die Mengenmeldung und die Finanzierung der Entsorgung im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung. Ein derartiger Service kostet mindestens 300€ pro Land und Jahr, in den meisten Ländern sogar bedeutend mehr.
Und das Wichtigste dabei: Es gibt keine Bagatellgrenze. Weder Umsatz noch Bestellmenge noch Unternehmensgröße spielen eine Rolle. Ein einziges Paket in ein EU-Land reicht bereits aus, um dort die Registrierungspflicht auszulösen.
Warum wir den Versand eingeschränkt haben
Ein Bevollmächtigter wird immer pro Land benannt. Eine EU-weite Sammellösung gibt es nicht. Das bedeutet konkret: Für jedes einzelne EU-Land, in das wir liefern wollten, hätten wir einen eigenen Bevollmächtigten benennen, uns dort registrieren und am jeweiligen nationalen Entsorgungssystem beteiligen müssen, unabhängig davon, ob wir dort ein Paket im Jahr oder tausend verschicken.
Für ein Unternehmen unserer Größe, das keine Massenmengen in jedes einzelne Land liefert, ist das schlicht nicht wirtschaftlich darstellbar. Der administrative und finanzielle Aufwand steht in keinem Verhältnis zu einzelnen Bestellungen aus so ziemlich jedem Land der EU. Statt einen Compliance-Flickenteppich mit ungewissem Ausgang zu riskieren, haben wir uns entschieden, unseren Versand vorerst auf die Länder zu konzentrieren, in denen wir die Anforderungen sauber und zuverlässig erfüllen können: Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Warum das nicht nur unser Problem ist
Diese Regelung trifft uns nicht als Einzelfall, sie trifft praktisch jeden Onlinehändler, der Waren verpackt an Endkund:innen in ein anderes EU-Land verschickt und dort nicht ansässig ist. Ob großer Shop oder Kleinstunternehmen: Die Pflicht gilt pauschal, ohne Ausnahme für geringe Mengen.
Ein Vorschlag der EU-Kommission, die Bevollmächtigten-Pflicht für in der EU ansässige Unternehmen bis 2035 auszusetzen, wurde von einer Mehrheit der Mitgliedstaaten abgelehnt. Es bleibt also vorerst bei der ursprünglichen Regelung. Ohne Übergangsfrist oder Erleichterung für kleinere Händler.
Das heißt für euch: Der Markt für grenzüberschreitenden Handel schrumpft. Wenn für jedes einzelne Zielland ein eigener Bevollmächtigter nötig ist, lohnt sich das nur noch für Unternehmen, die dort in großer Stückzahl verkaufen. Für den Einzelkunden bedeutet das: kleinere und mittlere Händler aus dem EU-Ausland ziehen sich zurück, die Auswahl schrumpft, und übrig bleiben vor allem die wenigen großen Plattformen und Konzerne, die sich Bevollmächtigte in 26 Ländern gleichzeitig leisten können.
Das wirkt in alle Richtungen: Genauso wie wir uns aus dem Versand in die meisten EU-Länder zurückziehen mussten, ziehen sich kleine und mittlere Händler aus anderen EU-Ländern aus dem Versand zu uns zurück. Am Ende verlieren Kundinnen auf beiden Seiten Zugang zu kleineren, spezialisierten oder besonders vielfältigen Angeboten. Nicht weil diese Händler schlechter wären, sondern weil sie sich die Bürokratie in jedem einzelnen Land schlicht nicht leisten können. Wo heute noch viele unterschiedliche Shops um Kundinnen koexistiren, bleibt langfristig eine kleinere Zahl großer Anbieter übrig. Genau diese Konzentration begünstigt Monopol- und Oligopolbildung und gefährdet die Vielfalt, von der der europäische Onlinehandel bisher gelebt hat.
Und jetzt?
Ihr wollt aktiv werden? Ihr könnt an einer Petition teilnehmen oder eure sachliche Meinung direkt auf EU Ebene den Abgeordneten schreiben. Nur wenn man sich beschwert ändert sich was. Das geht uns alle an.
Direkter Link zur Seite der EU mit Möglichkeit zur Rückmeldung bis zum 10. September 2026:
Petitionen gegen die neue PPWR:
Bis dahin bitten wir um euer Verständnis. Bei Fragen zu eurer Bestellung oder zum Versand nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz sind wir wie gewohnt für euch da. Wann und ob wir wieder in die restliche EU versenden hängt ganz von den nächsten Wochen ab.
Danke fürs mitmachen,
Euer DeltaVan-Team
English Version
Dear customers,
Since August 12, 2026, we have restricted our shipping: we no longer deliver throughout Europe, but only to Germany, Austria and Switzerland. This was not an easy decision for us, but it is a direct consequence of a new EU regulation, the PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation). We would like to explain why we had to take this step and why this issue affects far more than just us – it concerns every online retailer selling across borders.
What is the PPWR and what changes as of August 12, 2026?
The PPWR is the European Union’s new Packaging and Packaging Waste Regulation. It has applied directly in all 27 EU member states since August 12, 2026, replacing the previous Packaging Directive. Unlike a directive, it does not first have to be transposed into national law, it applies directly and uniformly.
The key point for us is Article 45(3) of the PPWR: Anyone selling packaged goods directly to end customers in another EU country, without having an establishment there, must appoint an Authorised Representative in that specific destination country. This person or organisation takes care of local registration, reporting of packaging quantities and financing of waste management under the extended producer responsibility system. A service that costs us a minimum of 300€ per Country and Year, and in most countries, the cost is significantly higher.
And most importantly: There is no de minimis threshold. Neither turnover, order volume nor company size makes a difference. Even a single package sent to an EU country can trigger registration requirements there.
Why we have restricted shipping
An Authorised Representative must be appointed for each individual country. There is no EU-wide solution that covers all countries at once.
In practical terms, this means that for every single EU country we wanted to ship to, we would have had to appoint a separate representative, register locally and participate in the respective national waste management system, regardless of whether we shipped one package per year or one thousand.
For a company of our size, which does not sell large quantities in every individual country, this simply is not economically viable. The administrative and financial burden is completely disproportionate to the occasional orders from individual EU countries.
Rather than creating a complex compliance patchwork with an uncertain outcome, we have decided to temporarily focus our shipping on the countries where we can meet the requirements properly and reliably: Germany, Austria and Switzerland.
Why this is not just our problem
This regulation does not affect us as an isolated case. It affects virtually every online retailer that ships packaged goods to end customers in another EU country without being established there.
Whether it is a large online shop or a micro-business, the requirement applies across the board, with no exception for small quantities.
A proposal by the European Commission to suspend the Authorised Representative requirement for EU-based companies until 2035 was rejected by a majority of member states. For now, the original regulation therefore remains in place – without a transition period or special relief for smaller retailers.
What does this mean for you?
The market for cross-border trade is shrinking. If every individual destination country requires its own Authorised Representative, this only makes economic sense for companies selling large volumes there.
For individual customers, this means that small and medium-sized retailers from other EU countries are increasingly forced to withdraw from cross-border sales. The range of products becomes smaller, while the remaining market is increasingly dominated by the few large platforms and corporations that can afford representatives in 26 different countries at the same time.
This works in both directions. Just as we have had to withdraw from shipping to most EU countries, small and medium-sized retailers in other EU countries may also withdraw from shipping to customers here.
Ultimately, customers on both sides lose access to smaller, specialised and diverse suppliers. Not because these retailers offer inferior products, but because they simply cannot afford the bureaucracy required in every individual country.
Where many different shops can currently compete for customers, the long-term result may be a smaller number of large providers. This concentration can encourage monopolistic and oligopolistic structures and threatens the diversity that European online commerce has benefited from so far.
What can you do?
Would you like to take action? You can support a petition or share your factual opinion directly with EU representatives. Nothing changes unless people speak up. This affects all of us.
Direct link to the EU page where you can submit feedback until September 10, 2026:
EU – PPWR
Petitions against the new PPWR:
Petition 1
Petition 2
Until then, we kindly ask for your understanding. If you have any questions about your order or shipping to Germany, Austria or Switzerland, we are of course here for you as usual.
Whether and when we will resume shipping to the rest of the EU depends entirely on how the situation develops over the coming weeks.
Thank you for your support,
Your DeltaVan Team
